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1885
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935 auf Waldungen, 19 auf Steinbrüche, Sand- und Lehm- Gruben und 59 auf Fluß und Bäche entfallen. Die Haupterwerbsquellen der in gesundem und kräftigem Aufblühen begriffenen Stadt bilden Handel- und Fabrik- Industrie einerseits und Landwirtschaft, vor allem ausgedehnter und durch rationellen Betrieb weithin bekannter Weinbau andererseits. Der Handel in Kolonialwaren, Salz, Landesprodukten, Holz und Kohlen ist sehr bedeutend und wird wesentlich gefördert durch die günstige Lage der Stadt an natürlichem Wasserwege und dem Hauptknotenpunkte von Heer- und Handelsstraßen, durch die nach allen Richtungen hin verlaufenden Eisenbahnen, durch Kanal- und Hafen= Anlagen, und hat sehr gewonnen durch die Ketten- Schleppschiffahrt; auch tragen Vieh, Leder- und Krämermärkte, Messen, Schaaf-, Wollen-, Rinden-, Kartoffel-, Obst- und Wein- Märkte nicht wenig zu Handel und Verkehr bei. Die Fabriken liefern Papier, Zucker, Bleiweiß, Bleizucker, Schwefel- und Salzsäure, Stearin, Seifen, Lichter, Weinsäure, Essig, Cichorien, Tabak, Ta= peten, Claviere, Orgeln, Gold- und Silber-, Eisenguß-, Stahl- und Messer= Waren, Zwirn, Oel, Gips, Leim, Farbstoffe, Baumaterialien, Sprit, Maschinen, Kunstdünger, Lacke, Harzprodukte, Dampfapparate u. s. 1. in großen Mengen zur Ausfuhr.
Neun Brauereien versehen die Einwohner mit fühlendem Gerstensaft. Neben Mühlen und Wasserwerken liefern eine große Anzahl von Dampfmaschinen die der Industrie nötige Kraft. Der Bergbau, seit 1883 ins Leben gerufen, liefert Salz in großen Mengen. Die Landwirtschaft, begünstigt durch den guten, tiefgründigen und fruchtbaren Boden, produziert außer den Gerealien, Futter- und Hülsenfrüchte, Angersen, Zuckerrüben, Mohn, Reps, Mais, Tabak, Krapp, Cichorien und Hopfen. Gemüsebau und Obstzucht befinden sich in stetem Wachsen. Der Weinbau, schon seit uralter Zeit gepflegt auf den sonnigen und sanften Abhängen der Keuperberge, liefert, zumal bei sorgfältiger Behandlung, den trefflichsten Neckarwein und es berechnet sich nach 50jährigem Durchschnitt, troßdem nur 5/6 der Weinberge als tragbar angenommen werden dürfen und die Fehljahre vorwiegend sind, der jährliche Ertrag auf 14 Hektoliter pro Morgen. Gute Lehranstalten, Obergymnasium, Realschule( Pensionat), Knaben- und Mädchenschulen befördern die Erziehung der Jugend; auch dem reiferen Alter ist Gelegenheit geboten zum Weiterlernen in theoretischer, wie praktischer Richtung durch eine Fortbildungsschule, eine landwirtschaftliche Winterschule und eine Frauenarbeitsschule.
Eine großartige Wasserleitung mit Pumpwerk und Hochreservoir versieht die Stadt mit köstlichem Quellwasser und schützt vor Feuersgefahr.
Heilbronn hat seinen Namen von dem gegenwärtig noch zugefüllten Heilbrunnen, auch Siebenrohr- oder Kirch- Brunnen genannt, der in seiner früheren Gestalt wieder hergestellt werden soll, und schon in Urkunden des 8. und 9. Jahrhunderts kommt Heilicpruno, Helibrunna, Heilacbrunnen, Heilicprunn, Hailbrun vor.
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